Projekt Risikoverhalten bei Jugendlichen

Um das Jahr 2000 herum hatten Fachleute aus dem Bereich der Gesundheitsprävention den Eindruck, dass die Jugendlichen aus der Euregio Maas-Rhein (EMR) mehr Alkohol und Drogen konsumierten als früher. Dieser Konsum fand größtenteils in den Nachbarländern statt, weil die Jugendlichen in ihrer Freizeit immer öfter über die Grenze gingen. 18 Organisationen aus der EMR beschlossen, dieses Verhalten gemeinsam zu untersuchen und etwas dagegen zu tun.

Projektrahmen

  • Zielgruppe: Jugendliche aus der EMR
  • Laufzeit: 1. Oktober 2001 bis 31. März 2006

Projektfokus

Ziel der Zusammenarbeit war, Risikoverhalten vorzubeugen. Dazu wurden drei Initiativen ergriffen:

  • Durchführung einer euregionalen Studie,
  • Durchführung euregionaler Präventionsaktivitäten,
  • Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks.

Aktivitäten

Die Studien haben gezeigt, dass euregionale Zusammenarbeit am besten funktioniert, wenn mehrere, kleinere euregionale Aktivitäten organisiert werden. Die Projektpartner planten daher im Mai 2005 einen euregionalen Präventionsmonat mit mehreren Aktivitäten:

  • einen einfach zugänglichen Informationsbus, das Rave Shuttle, an verschiedenen Orten, den viele Jugendliche besuchen,
  • eine Antiraucher-Disko für Kinder und Jugendliche der Programme „Actie Tegengif“ (NL) und „Be smart don’t start“ (DE),
  • eine Sportwoche unter dem Namen Klettern statt Kiffen,
  • Jugendfilmtage, mit Filmen zum Thema.

Das war ein Erfolg. Seitdem wird jedes Jahr ein Präventionsmonat organisiert.

Zusammenarbeit

Während des Projekts spielte das gegenseitige Kennenlernen, die Entdeckung der Kultur und der Arbeitsweise des anderen eine große Rolle. Dies erwies sich als sehr sinnvoll und kam den Ergebnissen zugute: Sowohl die Studien als der euregionale Präventionsmonat wurden gut aufgenommen.

Am Ende des Projekts wollten die Organisationen weitermachen. Sie unterschrieben daher einen Vertrag für die kommenden 6 Jahre. Sie vereinbarten, sowohl auf operativer wie auf politischer Ebene zusammenzuarbeiten. Seit 2010 fällt das Netzwerk aus dem Projekt Risikoverhalten bei Jugendlichen unter das Suchtprogramm von euPrevent. Dieses Netzwerk organisiert – neben dem Präventionsmonat – auch regelmäßig Ausbildungen, um Wissen auszutauschen.

Studien

Die Kooperationspartner führten eine quantitative und eine qualitative Studie über das Risikoverhalten von Jugendlichen in der EMR durch. Die Ergebnisse bestimmten den weiteren Verlauf des Projekts.

Mengenstudie

Im Herbst 2001 haben sich 46.0000 Schüler aus dem Sekundarunterricht an der quantitativen Studie, der Euregionalen Jugendstudie 2001-2002, beteiligt. Das waren fast alle 14-Jährigen und 16-Jährigen aus der EMR. Mit dieser Studie konnte die regionale und euregionale Präventionspolitik verbessert werden Die Euregionale Jugendstudie wurde 2006-2007 und 2013 wiederholt.

Qualitätsstudie

Die Qualitätsstudie befasste sich mit Übereinstimmungen und Unterschieden zwischen den EMR-Regionen:

  • Wie sieht die Gesetzgebung aus? Wie ist sie aufgebaut?
  • Wer trägt welche Verantwortung?
  • Was halten Bürger von Alkohol und Drogen? (soziale Akzeptanz)
  • Welcher Wortschatz wird verwendet? Was bedeutet er?
  • Wie wird gearbeitet?

Die Studie verbesserte den Einblick in die kulturellen und methodischen Unterschiede. Jeder Partner verstand den anderen besser. Das hatte positive Auswirkungen auf die Zusammenarbeit.

Veranstaltungen

Rückblick

Euregionale Präventionsmonat

1 May 2005

Workshop 'Preventie in de Euregio'

30 June 2004

News

21 March 2007

Euregio Award

12 May 2005

Project RA in the newspapers

11 May 2005

Jugend hat Zukunft